AECTP-300
Prüfungsumfang nach AECTP-300
Die AECTP-300 bündelt die klimatischen Prüfmethoden der NATO-Reihe AECTP: Ein einleitender Teil legt allgemeine Prüfbedingungen und Toleranzen fest, die Methoden 302 bis 319 beschreiben die einzelnen Prüfungen. Prüfparameter, Dauer und Reihenfolge werden für jedes Programm aus den Umweltbedingungen der AECTP-200 und dem Einsatzprofil des Geräts abgeleitet. Wir führen jede Methode einzeln oder als komplette Prüffolge nach Ihrem Lastenheft durch.
↓Temperatur↓Sonne, Feuchte, Wasser↓Korrosion und Medien↓Druck, Staub, Atmosphäre↓Kombinierte Prüfungen↓Kontakt
Temperaturprüfungen nach AECTP-300 (302 bis 304, 315)
Militärisches Gerät wird in Wüsten ebenso eingesetzt wie in arktischen Regionen und wechselt dabei teils innerhalb von Minuten zwischen extremen Temperaturen. Die Temperaturmethoden prüfen Lagerung, Betrieb und Handhabung an den Grenzen der Klimazonen, für die das Gerät ausgelegt ist.
| 302 | Hohe Temperatur – High Temperature: Lagerung und Betrieb bei hohen Temperaturen, wie sie in heißen Klimazonen, in abgestellten Fahrzeugen oder in aufgeheizten Behältern auftreten. Nachgewiesen werden Funktion, Werkstoffverhalten und Maßhaltigkeit an der oberen Temperaturgrenze. |
| 303 | Niedrige Temperatur – Low Temperature: Lagerung, Betrieb und Handhabung in kalten Klimazonen. Geprüft wird, ob das Gerät nach Kälteeinwirkung startet und bedienbar bleibt und ob Kunststoffe, Elastomere und Schmierstoffe ihre Eigenschaften behalten. |
| 304 | Thermischer Schock – Thermal Shock: Schneller Übergang zwischen stark unterschiedlichen Temperaturen, etwa beim Wechsel aus einem beheizten Unterstand in arktische Kälte oder beim Lufttransport. Die Prüfung deckt Risse, Undichtigkeiten und Verbindungsfehler auf, die durch ungleiche Wärmeausdehnung entstehen. |
| 315 | Gefrieren/Auftauen – Freeze/Thaw: Wiederholte Wechsel über den Gefrierpunkt, bei denen Feuchte in Fugen, Dichtungen und Hohlräumen gefriert und wieder taut. Bewertet werden Schäden durch Eisbildung und die Funktion nach den Zyklen. |
Strahlungs-, Feuchte- und Wasserprüfungen nach AECTP-300 (305 bis 307, 310, 311)
Sonneneinstrahlung, tropische Feuchte, Regen, Eis und Wasser wirken im Feldeinsatz dauerhaft auf Gehäuse und Dichtungen. Diese Methoden weisen nach, dass Werkstoffe beständig bleiben und kein Wasser in das Gerät eindringt.
| 305 | Solare Strahlung – Solar Radiation: Bestrahlung mit künstlichem Sonnenlicht, die sowohl die Erwärmung des Prüflings als auch die Alterung von Oberflächen durch UV-Anteile nachbildet. Bewertet werden Temperaturverhalten, Farb- und Materialveränderungen sowie die Funktion. |
| 306 | Feuchte Wärme – Humid Heat: Lagerung in feuchtwarmer Atmosphäre, teils mit Temperaturzyklen, wie sie in tropischen Regionen herrscht. Geprüft werden Feuchteaufnahme, Korrosion, Isolationsverhalten und die Funktion nach der Belastung. |
| 307 | Eintauchen – Immersion: Teilweises oder vollständiges Eintauchen in Wasser, etwa bei Flussdurchquerungen oder Überflutung. Nachgewiesen wird, dass kein Wasser eindringt und das Gerät danach funktioniert. |
| 310 | Regen/Wasserdichtigkeit – Rain/Watertightness: Beregnung mit Schlagregen, Tropfwasser oder Wasserstrahl. Geprüft wird die Wasserdichtigkeit von Gehäusen, Abdeckungen und Steckverbindern sowie die Funktion während und nach der Beregnung. |
| 311 | Vereisung – Icing: Eisansatz durch gefrierenden Regen oder Sprühwasser. Geprüft wird, ob bewegliche Teile, Bedienelemente und Antennen unter der Eisschicht funktionsfähig bleiben. |
Korrosions-, Medien- und Schimmelprüfungen nach AECTP-300 (308, 309, 314, 319)
Salzluft, säurehaltige Atmosphäre, Betriebsstoffe und Schimmelpilze greifen Werkstoffe oft langsam, aber nachhaltig an. Die Methoden dieser Gruppe bewerten Korrosionsschutz, Medienbeständigkeit und die Anfälligkeit organischer Werkstoffe für Schimmelbefall.
| 308 | Schimmelwachstum – Mould Growth: Lagerung mit Schimmelpilzsporen in warmer, feuchter Umgebung über einen längeren Zeitraum. Die Prüfung zeigt, ob Werkstoffe, Beschichtungen oder Verunreinigungen Schimmelwachstum begünstigen und ob dadurch Funktion oder Isolation leiden. |
| 309 | Salznebel – Salt Fog: Auslagerung im Salzsprühnebel, wie er in Küstennähe und auf See auftritt. Bewertet werden die Korrosion an Metallen, Kontakten und Befestigungen sowie die Schutzwirkung von Beschichtungen. |
| 314 | Verunreinigung durch Flüssigkeiten – Contamination by Fluids: Kontakt mit Betriebsstoffen wie Kraftstoffen, Ölen, Hydraulikflüssigkeiten und Reinigungsmitteln. Geprüft werden Quellung, Verfärbung, das Ablösen von Beschichtungen und die Funktion nach der Einwirkung. |
| 319 | Saure Atmosphäre – Acidic Atmosphere: Auslagerung in säurehaltiger Atmosphäre, wie sie in Industriegebieten oder in der Nähe von Verbrennungsabgasen entsteht. Bewertet werden Korrosion und die Beständigkeit von Oberflächen und Schutzschichten. |
Druck-, Staub- und Atmosphärenprüfungen nach AECTP-300 (312, 313, 316)
Lufttransport, Einsätze in großer Höhe, Wüstenstaub und kraftstoffhaltige Umgebungen stellen besondere Anforderungen an Dichtheit und Sicherheit. Die AECTP-300 betrachtet dabei natürliche Umgebungen bis 30.000 m Höhe; darüber verweist sie auf Raumfahrtnormen.
| 312 | Niedriger Druck – Low Pressure: Lagerung und Betrieb bei reduziertem Luftdruck, etwa beim Lufttransport in nicht druckbelüfteten Frachträumen oder im Hochgebirge. Bewertet werden Dichtheit, Verformung von Gehäusen und Funktionsstörungen durch geringere Wärmeabfuhr. |
| 313 | Sand und Staub – Sand and Dust: Belastung mit aufgewirbeltem Staub und Sand, wie er in Wüsten, auf unbefestigten Wegen oder durch den Abwind von Hubschrauberrotoren entsteht. Geprüft werden das Eindringen von Partikeln, Abrieb und Funktionsstörungen an Lüftungen, Steckern und Mechanik. |
| 316 | Explosionsfähige Atmosphäre – Explosive Atmosphere: Betrieb in einem zündfähigen Gemisch aus Kraftstoffdampf und Luft. Nachgewiesen wird, dass das Gerät keine Zündung auslöst oder eine Zündung im Gehäuse nicht nach außen überträgt. |
Kombinierte Prüfungen nach AECTP-300 (317, 318)
Im Einsatz wirken Temperatur, Feuchte, Luftdruck und Vibration gleichzeitig. Die kombinierten Methoden überlagern diese Belastungen und decken Wechselwirkungen auf, die bei getrennten Einzelprüfungen verborgen blieben.
| 317 | Temperatur/Luftfeuchtigkeit/Höhe – Temperature/Humidity/Altitude: Kombinierte Belastung aus Temperatur, Luftfeuchte und niedrigem Luftdruck, vor allem für Ausrüstung in Luftfahrzeugen. Die Prüfung zeigt Effekte, die erst im Zusammenwirken auftreten, etwa Betauung beim Sinkflug. |
| 318 | Vibration/Temperatur/Luftfeuchtigkeit/Höhe – Vibration/Temperature/Humidity/Altitude: Überlagert Vibration mit Temperatur, Luftfeuchte und Höhe, wie es Ausrüstung in Luftfahrzeugen und an Außenlasten erlebt. Damit werden Ausfälle aufgedeckt, die weder die Klima- noch die Schwingprüfung allein zeigen. |
Produktinformationen "AECTP-300"
Klimatische Umweltprüfungen (Climatic Environmental Tests)
Von arktischer Kälte bis zur Wüstenhitze, vom Tropenregen bis zur salzhaltigen Küstenluft: Wehrmaterial der NATO-Staaten muss in allen Klimazonen einsatzbereit bleiben. Die AECTP-300 ist der Teil der NATO-Reihe Allied Environmental Conditions and Test Publications, der die klimatischen Prüfmethoden festlegt; ihre Anwendung vereinbaren die Mitgliedstaaten über STANAG 4370. Die aktuelle Ausgabe vom November 2019 umfasst Temperatur, Sonne, Feuchte, Wasser, Korrosion, Druck, Staub und kombinierte Belastungen. EDAG Testing führt die Methoden nach AECTP-300 einzeln oder als komplette Prüffolge durch.
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