DAKKS-AKKREDITIERT NACH DIN EN ISO/IEC 17025:2018
AK LV 110
PUR-Schaumstoff von Lenkradummantelungen
Kein Bauteil im Fahrzeug wird so oft angefasst wie das Lenkrad. Seine Ummantelung aus PUR-Schaumstoff muss Handschweiß, Reinigungsmitteln, Hitze im geparkten Auto und Sonnenlicht über Jahre standhalten, ohne abzufärben, klebrig zu werden oder zu verschleißen. Die AK LV 110 fasst die Anforderungen an diesen Werkstoff zusammen: von Aussehen und Farbton über Abriebprüfungen mit verschiedenen Medien, Wärmealterung, Klimawechsel und Sonnensimulation bis zu Fogging, Brennverhalten und Geruch. EDAG Testing führt die Prüfungen nach AK LV 110 einzeln oder als komplette Prüfsequenz durch.
Alle Prüfungen dieser Norm als vollständige Prüffolge nach Ihrem Lastenheft.
Sie brauchen nur einen Teil? Tragen Sie die gewünschten Prüfungen unter „Prüfungsumfang angeben“ ein und klicken Sie danach auf „Angebot auf Anfrage“.
Prüfungsumfang angebenPrüfungsumfang nach AK LV 110
Die AK LV 110 gliedert die Prüfung von PUR-Schaumstoff für Lenkradummantelungen in sechs Prüfgruppen: Aussehen und Farbton, Abrieb, Wärmealterung, Klimawechsel, Sonnensimulation sowie Fogging, Brennverhalten und Geruch. Wir führen jede Prüfung einzeln oder als komplette Prüfsequenz nach Ihrem Lastenheft durch.
↓Aussehen und Farbton (07–08)↓Abrieb (11.1)↓Wärmealterung (12)↓Klimawechsel (13)↓Sonnensimulation (14)↓Fogging, Brand, Geruch (15–18)↓Kontakt
Aussehen und Farbton nach AK LV 110 (07 bis 08)
Die Beurteilung im Anlieferungszustand legt fest, wie die Ummantelung vor jeder Belastung aussieht. Sie ist die Referenz für alle Vergleiche nach Abrieb und Alterung.
| AK LV 110 | Komplette Prüfsequenz: PUR-Schaumstoff von Lenkradummantelungen: Die vollständige Prüffolge nach AK LV 110 in einem Auftrag: Aussehen und Farbton, Abriebprüfungen, Wärmealterung, Klimawechseltest und Sonnensimulation mit Nachprüfungen sowie Fogging, Brennverhalten und Geruch. |
| 07 | Aussehen: Visuelle Beurteilung der Oberfläche der Lenkradummantelung im Anlieferungszustand auf Fehlstellen wie Poren, Lunker oder Glanzunterschiede. |
| 08 | Farbton: Abgleich des Farbtons mit dem Referenzmuster; dient zugleich als Ausgangswert für die Farbvergleiche nach den Alterungsprüfungen. |
Abriebprüfungen nach AK LV 110 (11.1.1 bis 11.1.3.6)
Die Lenkradummantelung ist das Bauteil, das der Fahrer am häufigsten berührt. Die Abriebprüfungen belasten die Oberfläche trocken, nass, mit künstlichem Schweiß und mit typischen Reinigungsmitteln – von Ajax und Pril über Essigreiniger bis Waschbenzin. Die Zahl im Namen gibt die Anzahl der Zyklen an.
| 11.1.1 | Abrieb – 5000 trocken: Trockene Reibbeanspruchung der Oberfläche über 5000 Zyklen; bildet den Dauerverschleiß durch die Hände des Fahrers ab. Bewertet werden Abrieb sowie Glanz- und Farbveränderungen. |
| 11.1.2 | Abrieb – 3000 Schweiß acid: Reibbeanspruchung über 3000 Zyklen mit saurer künstlicher Schweißlösung; simuliert den Kontakt mit schwitzenden Händen. |
| 11.1.3.1 | Abrieb – 2000 trocken: Trockene Reibbeanspruchung über 2000 Zyklen innerhalb der Prüfgruppe 11.1.3. |
| 11.1.3.2 | Abrieb – 1000 nass: Reibbeanspruchung über 1000 Zyklen mit Wasser; zeigt, ob die Oberfläche bei feuchter Reinigung aufquillt, abfärbt oder an Glanz verliert. |
| 11.1.3.3 | Abrieb – 100 Ajax: Reibbeanspruchung über 100 Zyklen mit dem Haushaltsreiniger Ajax; prüft die Beständigkeit gegen handelsübliche Reinigungsmittel. |
| 11.1.3.4 | Abrieb – 100 Pril: Reibbeanspruchung über 100 Zyklen mit dem Spülmittel Pril; prüft die Beständigkeit gegen tensidhaltige Reiniger. |
| 11.1.3.5 | Abrieb – 100 Essigreiniger: Reibbeanspruchung über 100 Zyklen mit Essigreiniger; prüft die Beständigkeit gegen saure Haushaltsreiniger. |
| 11.1.3.6 | Abrieb – 10 Waschbenzin: Reibbeanspruchung über 10 Zyklen mit Waschbenzin; kurze, aber intensive Lösemittelbelastung, wie sie beim Entfernen von Flecken auftritt. |
Wärmealterung nach AK LV 110 (12 bis 12.5)
Im geparkten Fahrzeug heizt sich das Lenkrad in der Sonne stark auf. Die Wärmealterung bildet diese Belastung nach; anschließend werden Farbe, Aussehen, Abriebfestigkeit und Maßhaltigkeit erneut geprüft.
| 12 | Wärmealterung: Lagerung der Ummantelung bei erhöhter Temperatur über einen festgelegten Zeitraum; bildet die thermische Alterung im aufgeheizten Fahrzeuginnenraum ab. |
| 12.1/2 | Farbe / Aussehen nach Wärmealterung: Vergleich von Farbton und Oberfläche mit dem Ausgangszustand nach der Wärmealterung. |
| 12.4 | Abrieb – 5000 trocken: Trockene Abriebprüfung über 5000 Zyklen an der wärmegealterten Probe; zeigt, ob die Alterung die Verschleißfestigkeit der Oberfläche mindert. |
| 12.5 | Dimensionsänderung nach WA: Messung von Maß- und Formänderungen nach der Wärmealterung, etwa durch Schwindung des Schaums. |
Klimawechseltest nach AK LV 110 (13 bis 13.4)
Wechselnde Temperaturen und Luftfeuchte belasten Schaumstoff und Oberfläche mechanisch und chemisch. Nach dem Klimawechseltest wird geprüft, ob Farbe, Aussehen und Abriebfestigkeit erhalten bleiben.
| 13 | Klimawechseltest: Zyklischer Wechsel von Temperatur und Luftfeuchte; bildet wechselnde Klimabedingungen über die Fahrzeuglebensdauer ab. |
| 13.1/2 | Farbe / Aussehen nach Klimawechseltest: Vergleich von Farbton und Oberfläche mit dem Ausgangszustand nach dem Klimawechseltest. |
| 13.4 | Abrieb – 5000 trocken: Trockene Abriebprüfung über 5000 Zyklen an der klimagealterten Probe; zeigt, ob der Klimawechsel die Oberfläche schwächt. |
Prüfungen nach Sonnensimulation nach AK LV 110 (14.1/2 bis 14.4)
Durch die Windschutzscheibe trifft Sonnenlicht direkt auf das Lenkrad. Nach künstlicher Bestrahlung werden Farbe, Aussehen und Abriebfestigkeit der Ummantelung bewertet.
| 14.1/2 | Farbe / Aussehen nach Sonnensimulation: Bewertung von Farbe und Oberfläche nach künstlicher Sonnenbestrahlung; zeigt Vergilben, Ausbleichen oder Glanzänderungen durch Licht und Wärme. |
| 14.4 | Abrieb – 5000 trocken: Trockene Abriebprüfung über 5000 Zyklen an der bestrahlten Probe; zeigt, ob die Lichtalterung die Verschleißfestigkeit mindert. |
Fogging, Brennverhalten und Geruch nach AK LV 110 (15 bis 18)
Werkstoffe im Fahrzeuginnenraum dürfen weder Scheiben beschlagen lassen noch unangenehm riechen und müssen die Anforderungen an das Brennverhalten erfüllen. Diese Prüfungen sichern den Schaumstoff für den Einsatz im Innenraum ab.
| 15 | Fogging – gravimetrisch: Ermittelt die Menge flüchtiger Bestandteile, die aus dem Schaumstoff ausdampfen und sich als Beschlag an der Windschutzscheibe niederschlagen können; das Kondensat wird gewogen. |
| 16 | Brennverhalten: Prüft, wie schnell eine Probe des Schaumstoffs abbrennt – eine Grundanforderung an alle Werkstoffe im Fahrzeuginnenraum. |
| 17 | Geruchsverhalten – V3: Geruchsbeurteilung durch geschulte Prüfer nach Lagerung der Probe in einem geschlossenen Gefäß nach Variante 3. |
| 18 | Fogging – gravimetrisch: Gravimetrische Fogging-Prüfung nach Abschnitt 18 der Norm; das aus der Probe ausdampfende Kondensat wird gewogen. |