Defence
Unsere Testing-Kompetenz reicht weit über einzelne Branchen hinaus und schließt auch den Verteidigungsbereich ein. Hierfür bieten wir spezialisierte Prüfdienstleistungen nach AECTP-, MIL- und DO-Standards, bei denen höchste Zuverlässigkeit oberste Priorität hat. Dazu gehören entwicklungsbegleitende Tests nach den genannten Standards ebenso wie Qualifikationstests für sicherheitskritische Systeme. Ergänzt wird das Angebot durch Zuverlässigkeitsanalysen und Lebensdauerprognosen, die fundierte Aussagen über das langfristige Verhalten der geprüften Systeme ermöglichen.
AECTP-400
Prüfungsumfang nach AECTP‑400
Die AECTP‑400 fasst die mechanischen Prüfmethoden der NATO unter dreistelligen Nummern ab 401 zusammen; jede Methode beschreibt eine mechanische oder akustische Belastung. Die Übersicht zeigt die Methoden, die EDAG Testing anbietet – Vibration und Waffenfeuer, Schock und Beschleunigung, Transport- und Handhabungsbelastungen sowie akustische und kombinierte Prüfungen. Wir führen jede Prüfung einzeln oder als komplette Prüfsequenz nach Ihrem Lastenheft durch.
↓Vibration ↓Schock ↓Transport ↓Akustik ↓Kontakt
Vibration und Waffenfeuer nach AECTP‑400 (Methoden 401, 405)
Dauerhafte Schwingungen aus Fahrbahn, Triebwerken und Waffensystemen führen zu Materialermüdung, gelösten Schrauben und gebrochenen Lötstellen. Die Vibrationsprüfungen bilden diese Belastungen im Zeitraffer nach und zeigen, ob ein Prüfling seine Einsatzdauer übersteht.
| 401 | Vibration: Prüft die Widerstandsfähigkeit des Prüflings gegen Schwingungen, die über seinen Lebenszyklus auftreten – beim Straßen-, Schienen-, Luft- und Seetransport sowie im Betrieb auf Fahrzeugen, Luftfahrzeugen und Schiffen. Auf dem Schwingerreger werden Sinus-, Rausch- oder gemischte Profile gefahren; sichtbar werden Ermüdungsrisse, gelöste Verbindungen und Funktionsstörungen. |
| 405 | Waffenfeuer: Bildet die stoßartigen Schwingungen nach, die beim Abfeuern von Bordwaffen auf Ausrüstung in der Nähe wirken, etwa in Kampffahrzeugen, Luftfahrzeugen oder auf Schiffen. Geprüft wird, ob der Prüfling die wiederholten, hochfrequenten Belastungen ohne Schaden und Funktionsausfall übersteht. |
Schock und Beschleunigung nach AECTP‑400 (Methoden 403, 404, 417)
Kurze, harte Stöße und lang anhaltende Beschleunigungen belasten Struktur und Befestigungen ganz anders als Vibration. Die Prüfungen zeigen, ob ein Prüfling solche Lastspitzen ohne Bruch, Verformung oder Funktionsausfall übersteht.
| 403 | Schock mit klassischer Wellenform: Belastet den Prüfling mit Stößen definierter Impulsform, etwa Halbsinus, Sägezahn oder Trapez, auf einer Stoßprüfanlage. So lässt sich reproduzierbar nachweisen, dass Struktur, Befestigungen und Elektronik Stöße im Betrieb und beim Transport überstehen. |
| 404 | Konstante Beschleunigung: Prüft auf einer Zentrifuge, ob Struktur und Befestigungen des Prüflings stationären Beschleunigungen standhalten, wie sie in Luftfahrzeugen, Flugkörpern oder bei Manövern auftreten, und ob er dabei funktionsfähig bleibt. |
| 417 | SRS-Schock: Bildet komplexe Stöße nach, die nicht über eine feste Impulsform, sondern über ihr Schockantwortspektrum (Shock Response Spectrum, SRS) beschrieben werden. So lassen sich im Feld gemessene Stöße realitätsnah im Labor reproduzieren, etwa auf dem Schwingerreger. |
Transport und Handhabung nach AECTP‑400 (Methoden 406, 414)
Viele Schäden entstehen nicht im Einsatz, sondern auf dem Weg dorthin: durch ungesicherte Ladung, die auf der Ladefläche springt, oder durch Stürze beim Umschlag. Diese Prüfungen zeigen, ob Gerät und Verpackung Transport und Handhabung unbeschadet überstehen.
| 406 | Lose Ladung: Bildet die Belastung von ungesicherter Ladung nach, die auf der Ladefläche eines Fahrzeugs springt und wiederholt aufschlägt. Auf einem Loose-Cargo-Prüfstand zeigt sich, ob Gehäuse, Verpackung und Inhalt die vielen Einzelstöße überstehen. |
| 414 | Handhabung: Prüft, ob der Prüfling Fall-, Kipp- und Stoßbelastungen beim manuellen und maschinellen Umschlag übersteht, etwa beim Abstellen, Verladen oder bei unbeabsichtigtem Herunterfallen. Bewertet werden Schäden an Gehäuse und Inhalt sowie die Funktion danach. |
Akustische und kombinierte Prüfungen nach AECTP‑400 (Methoden 402, 413)
Hohe Schallpegel, etwa in der Nähe von Triebwerken, regen dünnwandige Strukturen und Bauteile zu Schwingungen an. Wirken Schall, Vibration und Temperatur gleichzeitig, verstärken sich die Effekte gegenseitig – die Prüfungen bilden solche Belastungen realitätsnah nach.
| 402 | Akustischer Lärm: Setzt den Prüfling hohen Schalldruckpegeln aus, wie sie durch Triebwerke, Raketenmotoren oder die Umströmung im Flug entstehen. Sichtbar werden schallinduzierte Schwingungen, Ermüdungsschäden an dünnwandigen Strukturen und Funktionsstörungen. |
| 413 | Akustischer Lärm kombiniert mit Temperatur und Vibration: Kombiniert akustische Anregung, Vibration und Temperatur in einer Prüfung, wie sie etwa bei außen an Luftfahrzeugen mitgeführten Lasten im Flug zusammenwirken. So werden Fehler erkannt, die erst im Zusammenspiel der Belastungen entstehen. |
AECTP-400
Prüfungsumfang nach AECTP-400
Die AECTP-400 enthält die mechanischen Prüfmethoden der NATO-Reihe AECTP. In der aktuellen Edition D vom November 2019 legt Methode 400 die allgemeinen Prüfbedingungen fest, und mehrere frühere Methoden wurden zusammengeführt: Handhabungs- und SRS-Schock in Methode 403, Verzurrung, Anheben, Stapeln, Biegung und Racking in Methode 424. Wir führen jede Methode einzeln oder als komplette Prüffolge nach Ihrem Lastenheft durch.
↓Vibration und Akustik↓Schock↓Beschleunigung und Bewegung↓Transport und Lagerung↓Kontakt
Vibrations- und Akustikprüfungen nach AECTP-400 (401, 402, 413, 420, 421)
Kettenlaufwerke, Rotoren, Triebwerke und Strömung regen Ausrüstung über ihre gesamte Lebensdauer zu Schwingungen an. Diese Methoden bilden die Anregung mechanisch, akustisch oder kombiniert nach und weisen nach, dass Struktur, Befestigung und Elektronik der Dauerbelastung standhalten.
| 401 | Vibration: Schwingungsprüfung mit Sinus-, Rausch- oder gemischter Anregung, die Transport- und Einsatzbelastungen auf Rad- und Kettenfahrzeugen, in Luftfahrzeugen und auf Schiffen abbildet. Die Prüfschärfe wird aus Messdaten oder den in der AECTP-200 beschriebenen Umgebungen abgeleitet. |
| 402 | Akustischer Lärm – Acoustic Noise: Beschallung mit hohen Schallpegeln im Hallraum oder Wanderwellenrohr, wie sie in der Nähe von Triebwerken, in Waffenschächten oder an Flugkörpern auftreten. Geprüft werden Strukturermüdung und Funktionsstörungen durch akustisch angeregte Schwingungen. |
| 413 | Akustischer Lärm kombiniert mit Temperatur und Vibration – Acoustic Noise Combined with Temperature and Vibration: Überlagert akustische Anregung, Vibration und Temperatur, vor allem für Flugkörper und Außenlasten im Flug am Luftfahrzeug. Die Kombination deckt Ausfälle auf, die bei getrennten Prüfungen nicht auftreten. |
| 420 | Buffet-Vibration – Buffet Vibration: Schwingungen durch Strömungsablösung und Wirbel an Flugzeugstrukturen, etwa am Leitwerk bei Manövern mit hohem Anstellwinkel. Geprüft wird die Ermüdungsfestigkeit von Ausrüstung in den betroffenen Bereichen. |
| 421 | Multi-Exciter-Vibrations- und Schockprüfung – Multi-Exciter Vibration and Shock Testing: Schwingungs- und Schockprüfung mit mehreren Erregern für große Prüflinge oder für Anregung in mehr als einem mechanischen Freiheitsgrad. So lassen sich realitätsnahe Bewegungen erzeugen, die ein einzelner Shaker nicht abbilden kann. |
Schockprüfungen nach AECTP-400 (403, 405, 415, 419, 422)
Stöße entstehen beim Umschlag und Transport, durch eigenes Waffenfeuer, pyrotechnische Auslöser, Unterwasserexplosionen und Beschuss. Die Schockmethoden reichen deshalb von klassischen Wellenformen bis zu sehr hohen, hochfrequenten Belastungen und weisen nach, dass Ausrüstung danach funktionsfähig bleibt.
| 403 | Schockprüfung – Shock Testing: Stoßbelastungen aus Handhabung, Transport und Einsatz, nachgebildet mit klassischen Wellenformen wie Halbsinus und Sägezahn oder über ein Schockantwortspektrum (SRS). Seit Edition D umfasst die Methode auch die früheren Methoden für Handhabungsstöße und SRS-Schock. Frühere Methoden: 403 Klassische Wellenform · 414 Handhabung · 417 SRS-Schock |
| 405 | Waffenfeuer – Gunfire: Stoß- und Schwingungsbelastung durch das Abfeuern eigener Waffen, etwa von Bordkanonen in Luftfahrzeugen oder Waffenanlagen auf Fahrzeugen und Schiffen. Geprüft wird, ob benachbarte Ausrüstung die wiederholte Anregung ohne Schaden und Funktionsverlust übersteht. |
| 415 | Pyroschock – Pyroshock: Sehr kurze, hochfrequente Stoßwellen durch das Zünden pyrotechnischer Elemente, etwa bei Stufentrennung, Abwurf oder dem Auslösen von Rettungssystemen. Geprüft wird die Festigkeit empfindlicher Elektronik nahe der Einleitungsstelle. |
| 419 | Unterwasserexplosion – UNDEX: Stoßbelastung durch Unterwasserexplosionen, wie sie Schiffe und U-Boote im Einsatz treffen kann. Nachgewiesen wird, dass an Bord eingebaute Ausrüstung den Schock übersteht und funktionsfähig bleibt. |
| 422 | Ballistischer Schock – Ballistic Shock: Sehr hohe, kurzzeitige Stoßbelastung, wenn Geschosse oder Sprengkörper auf gepanzerte Fahrzeuge treffen. Geprüft wird, ob im Fahrzeug montierte Ausrüstung diese Belastung ohne Schaden und Funktionsverlust übersteht. |
Beschleunigungs- und Bewegungsprüfungen nach AECTP-400 (404, 418)
Neben Schwingungen und Stößen wirken auf Ausrüstung auch lang anhaltende Beschleunigungen und großräumige Bewegungen ihrer Trägerplattform. Diese Methoden prüfen Festigkeit, Befestigung und Funktion unter solchen quasistatischen und niederfrequenten Lasten.
| 404 | Konstante Beschleunigung – Constant Acceleration: Stationäre Beschleunigung auf der Zentrifuge, wie sie bei Flugmanövern, beim Start von Flugkörpern oder in rotierenden Systemen auftritt. Geprüft werden die Festigkeit von Struktur und Befestigungen sowie die Funktion unter Last. |
| 418 | Bewegungsplattform – Motion Platform: Prüfung auf einer Bewegungsplattform, die großamplitudige, niederfrequente Bewegungen einer Trägerplattform nachbildet. Bewertet werden Funktion und Befestigung des Prüflings unter diesen Bewegungen. |
Transport- und Lagerungsprüfungen nach AECTP-400 (406, 408, 416, 424)
Bevor Ausrüstung zum Einsatz kommt, wird sie gelagert, gestapelt, verzurrt, per Kran gehoben und auf Straße und Schiene transportiert. Diese Methoden weisen nach, dass Gerät, Verpackung und Transportbehälter die dabei auftretenden Lasten ohne Schaden überstehen.
| 406 | Lose Ladung – Loose Cargo: Ungesicherter Transport auf der Ladefläche, bei dem der Prüfling springt, rutscht und gegen Begrenzungen stößt. Die Prüfung erfolgt auf einem Rütteltisch mit Kreisbewegung und bewertet Gehäuse, Verpackung und Funktion. |
| 408 | Transport großer Baugruppen – Large Assembly Transport: Transport großer Baugruppen und Shelter auf dem vorgesehenen Fahrzeug über festgelegte Teststrecken, weil ihre Abmessungen eine Prüfung auf dem Schwingtisch meist ausschließen. Bewertet werden Befestigung, Struktur und Funktion nach der Fahrt. |
| 416 | Schienenaufprall – Rail Impact: Auflaufstöße beim Rangieren von Güterwagen im Bahntransport. Bewertet werden die Festigkeit des Prüflings, seiner Halterungen und der Ladungssicherung. |
| 424 | Lagerung und Transport – Storage and Transit: Fasst seit Edition D die mechanischen Lasten aus Lagerung, Umschlag und Transport zusammen, darunter Verzurrung, Anheben, Stapeln, Biegung und Verwindung (Racking) von Material und Transportbehältern. Nachgewiesen wird, dass Ausrüstung, Behälter und Anschlagpunkte diese Lasten ohne bleibende Schäden aufnehmen. Frühere Methoden: 407 Verzurrung · 409 Anheben · 410 Stapeln · 411 Biegung · 412 Racking |
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